Historie & Vision

Schon um 1900 begannen Mitarbeiter der Firma Zeiss mit dem Zusammentragen optischer Instrumente. 1922 wurde das Optische Museum in Jena durch die Carl-Zeiss-Stiftung gegründet. Nach wechselvollen Jahren der deutschen Geschichte wurde das Museum 1992 in die Trägerschaft der Ernst-Abbe-Stiftung überführt. Über Jahrzehnte hinweg hat sich ein beachtlicher, weltweit anerkannter kultur- und wissenschaftshistorischer Fundus zur Geschichte und Bedeutung der Optik entwickelt.

 

Getragen von dem Gedenken an die Gründungsväter der modernen optischen Industrie in Deutschland und aus Anlass des 200. Geburtstages von Carl Zeiss am 11. September 2016 haben die Stadt Jena, die Carl-Zeiss-Stiftung, die Ernst-Abbe-Stiftung und die Carl Zeiss AG sowie die Friedrich-Schiller-Universität Jena am 9. September 2016 die "Stiftung Deutsches Optisches Museum" mit Sitz in Jena errichtet.

 

Geschichte

Von den Anfängen

 

Etwa um 1900 beginnen Mitarbeiter der Firma Carl Zeiss Jena mit dem Zusammentragen optischer Instrumente. Um den Ausbau der Sammlung machen sich in der Anfangszeit besonders die Wissenschaftler des Zeiss-Werks Prof. Hermann Ambronn, Dr. Henry Siedentopf, Dr. Hans Boegehold und Dr. Moritz von Rohr verdient.  Im Laufe der Zeit verfügt die Firma über einen beachtenswerten Bestand an Mikroskopen, Fernrohren und Brillen.

 

Im Juni 1922 wird das Optische Museum als Einrichtung der Carl-Zeiss-Stiftung gegründet. Im Oktober 1924 zieht das Optische Museum in das neu errichtete Gebäude am Carl-Zeiss-Platz 12 um.


In den Kriegsjahren

 

Um den Museumsbestand vor den Einwirkungen des 2. Weltkrieges zu schützen, wird er 1941/42 in die Umgebung von Jena ausgelagert. Die Lagerbedingungen sind denkbar schlecht und verursachen gravierende Schäden an den Objekten. Nach dem Rücktransport mit Ende des 2. Weltkriegs wird festgestellt, dass während der Auslagerung einzelne Kisten aufgebrochen und Teile des Museumsguts entwendet wurden. Jahrelange intensive Restaurierungsarbeiten werden notwendig.  Von der geplanten Demontage durch die sowjetische Besatzungsmacht, von der 1946 das Zeiss-Werk betroffen ist, bleibt das Museum dank des Engagements seines couragierten Verwalters verschont.


Die 70er Jahre

 

Im August 1965 wird im Griesbachhaus die erste ständige Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aufgrund der begrenzten räumlichen Verhältnisse erfolgt 1976/77 der Umzug zum Carl-Zeiss-Platz 12. Die neue Ausstellung wird unter dem Titel „Tradition und Fortschritt im optischen Präzisionsgerätebau“ präsentiert. Zahlreiche Sonderausstellungen in den achtziger Jahren in Florenz, Paris, London, Edinburgh und Liverpool machen das Museum über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.


100 Jahre nach Zeiss

 

Anlässlich des 100. Todestages von Carl Zeiss wird im Dezember 1988 die „Historische Zeiss-Werkstatt“ als Bestandteil des Optischen Museums eröffnet. Mit der Einweihung der „Zeiss-Werkstatt“ wird das Optische Museum bis 1991 in „Zeiss-Museum“ umbenannt.


Trägerschaft der Ernst-Abbe-Stiftung

 

Seit 1992 befand sich das Optische Museum in der Trägerschaft der Ernst-Abbe-Stiftung Jena. 1993 wurde mit einer inhaltlichen Neukonzipierung und modernen Gestaltung der Ausstellung begonnen.  In kurzen Abständen erfolgte die Neueröffnung der Abteilung „Sehhilfen“, der biographischen Abteilungen zu Ernst Abbe und Otto Schott sowie der ophthalmologischen Instrumente. 1996 wurde die Dauerausstellung mit den Abteilungen „Geschichte der Mikroskopie und Fernrohre“ sowie der „Fototechnik“ und „Bilderwelten“ vervollständigt.

 

Vision

Das Deutsche Optische Museum entsteht

 

Eine neue Strahlkraft für das Optische Museum in Jena, eine Pilgerstätte zur Optik: Das ist die Vision, die die Gründungsstifter im Jahr des 200. Geburtstages von Carl Zeiss in Gestalt des „Deutschen Optischen Museums“ (D.O.M.) auf den Weg gebracht haben. Es soll neben der Abbildung der Geschichte der Optik und des wissenschaftlichen Gerätebaus zu einer Begegnungsstätte für die Öffentlichkeit werden und vielfältige Bildungsangebote insbesondere für junge Leute anbieten. Ebenso werden Wissenschaftler aus aller Welt hier arbeiten und so diesen Ort durch Forschung international sichtbar machen.

 

Als erster formaler Schritt wechselte die Trägerschaft der Einrichtung zum 1. Juli 2018 auf die Stiftung Deutsches Optisches Museum.